TRANSKULTUR #2

Aufgrund der aktuellen gesundheitlichen Situation wird das geplante Programm leider nicht stattfinden können. NovaTris und die Kulturabteilung Service Universitaire de l’Action Culturelle der Université de Haute-Alsace (UHA) hoffen jedoch, « Transkultur » im ersten Semester des Studienjahres 2021/2022 neu aufstellen zu können.

Theater ohne Grenzen
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Die Université de Haute-Alsace (UHA) organisiert mit NovaTris, ihrem Zentrum für grenzüberschreitende Kompetenzen (ANR-11-IDFI-0005), und ihrer Kulturabteilung (Service Universitaire de l’Action Culturelle – SUAC) drei Begegnungswochenenden rund um das Thema Theater. Jedes Treffen umfasst eine Aufführung, einen künstlerischen Workshop mit anschließendem Austausch sowie einen Besuch der jeweiligen lokalen Bühne. Interkultureller und sprachlicher Austausch stehen ebenfalls auf dem Programm dieser drei Wochenenden, die zwischen März und Mai 2021 stattfinden.

Dieses Programm zielt darauf ab, das Wissen über die kulturellen Praktiken und Ausdrucksformen der drei Länder durch Begegnungen mit Akteuren aus der lokalen Theaterszene zu fördern. 
So fördert es die Mobilität der Studierenden am Oberrhein und bietet einen atypischen Treffpunkt. Die Studierenden können gleichzeitig ihre interkulturellen und sprachlichen Kompetenzen vertiefen und ein neues Netzwerk innerhalb von Eucor – The European Campus aufbauen. Bei diesen Treffen werden Studierende in eine Mischung aus Sprachen, Kultur und neuen Sichtweisen eintauchen.

Organisation des 3 Begegnungen

Samstag:
Zwischen 16:00 und 17:00 Uhr: Ankunft der TeilnehmerInnen und Begrüßung
17:00 Uhr: Besichtigung des Theaters und Einführung in die Veranstaltung 
19:00 Uhr: Gemeinsames Essen
20:00 Uhr: Aufführung
Am Abend: Unterkunft der TeilnehmerInnen

Sonntag:
09:00 Uhr: Künstlerischer Workshop
12:30 Uhr: Gemeinsames Essen
14.00 Uhr: Interkultureller Workshop
16.00 Uhr: Abreise der TeilnehmerInnen

An dem Programm können alle Studierenden des Eucor-Netzwerks mit Sprachniveau B1 in Französisch und Deutsch teilnehmen. Die Anmeldung steht folgenden Studierenden offen: 
7 Studierenden der Universitäten von Haute-Alsace (4) und Strasbourg (3)
7 Studierenden der Universität Basel
7 Studierenden der Universitäten Freiburg im Breisgau und Karlsruhe.

Veranstaltungsorte und Termine:

Aufgrund der pandemiebedingten Einschränkungen wurde das Veranstaltungsprogramm geändert.

  • Von Samstag, 24. April (16h) bis Sonntag, 25. April 2021 (16h) – Theater Freiburg

Aufführung, “Die Seuche”, Amir Reza Koohestani und Mahin Sadri, Theater auf Deutsch

Eine namenlose Stadt wird von einer namenlosen Seuche bedroht. In der Lobby eines Hotels hat sich ein Krisenstab zusammengefunden, um den Kampf nicht nur gegen die unbekannte, völlig unerwartete Pandemie, sondern auch gegen die davon ausgelöste gesellschaftliche und moralische Krise zu organisieren. Im steten Wechsel von öffentlichen und internen Diskussionen, vertraulichen Zwiegesprächen und offiziellen Verlautbarungen prallen die Ansichten und Vorstellungen über den Umgang mit der Bedrohung aufeinander. Im Zentrum dieser (demokratischen) Auseinandersetzungen stehen die Repräsentanten verschiedener gesellschaftlicher Funktionen angelegten Figuren: die Wissenschaftlerin und Ärztin Rieux, der Beamte Grand, der Jurist Othon, der Journalist Rambert, der Verschwörungstheoretiker Paneloux, die politische Aktivistin Tarrou. Doch diese Figuren werden wie bei Camus als Menschen aus Fleisch und Blut beschrieben, die von der Krise auf grundlegende Fragen des Menschen zurückgeworfen werden: Was sind meine Gründe und Ziele? Wofür kämpfe ich? 

Seit dem Erscheinen von Albert Camus Roman DIE PEST 1947 wurde immer wieder der metaphysische und allegorische Charakter des vielschichtigen Werkes analysiert, das vor allem als Metapher für die Besetzung Frankreichs durch Nazideutschland während des Zweiten Weltkriegs und den Kampf der Résistance dagegen gedeutet wurde. Die iranische Autorin Mahin Sadri und der Regisseur Amir Reza Koohestani interpretieren hingegen in ihrer Adaption DIE SEUCHE den Roman als die präzise und eindringliche, zugleich jedoch nüchterne und nahezu emotionslose Schilderung des Verlaufs einer unser aller Leben bedrohenden Seuche und des Kampfes der Menschen dagegen. Die Positionen der Figuren verbinden sich mit Haltungen, die wir aus unseren aktuellen Corona-Debatten kennen: von der Verdrängung und Verleugnung der Pandemie über den Streit, wie ihr am besten zu begegnen sei, bis hin zu Strategien, die tödliche Bedrohung für eigene persönliche und politische Ziele zu nutzen – und die Hoffnung, „danach“ eine bessere, demokratischere, gerechtere Gesellschaft aufbauen zu können. 

Das iranische Autorenteam Mahin Sadri und Amir Reza Koohestani überführen Camus‘ Werk ins Heute und werfen einen Blick von außen auf unsere westeuropäische demokratische Gesellschaft und ihre Werte. 

©Amir Reza Koohestani
  • Von Samstag, 15. Mai (16h) bis Sonntag 16. Mai 2021 (16h) – Kaserne, Basel

Spectacle, « Father Politics », Muhammed Kaltuk/Compagnie MEK, danse

Die Emotionalisierung der Politik, die Polarisierung der politischen Werbekampagnen, die Beeinflussung und bewusste Manipulation durch anders gedeutete, umgeschriebene, verdrehte und veränderte Wahrheiten stehen im Zentrum des neuen Tanzstücks des Choreografen Muhammed Kaltuk und seiner Compagnie. Father Politics sucht im Persönlichen der beteiligten Künstler*innen. Für Kaltuk, selber Sohn eines türkischen Politikers, greift das neue politische Klima in der Schweiz ganz unmittelbar in das Leben ein. Das Klima der verschärften und polarisierenden emotionalen Meinungsmache in der Schweizer Politik sind Anlass für ihn und das multinational und divers besetzte Ensemble, sich aktiv und künstlerisch dazu und dagegen zu verhalten. Wahrheiten zu manipulieren, umzuschreiben, zu verdrehen und zu verändern geben die Ausgangspunkte für die Bewegungssuche vor, Persönliches und Persönlichkeiten der beteiligten Künstler*innen fliessen in die Recherche ein. Kaltuk lässt den Tänzer*innen einen gewissen Raum sich neu zu erfinden und setzt dies gezielt in seinen Choreografien ein.

©VIN.SKIZZ

Aufführung, “Reboot”, AΦE, Tanz – digitale Kunst

Willkommen im Theater-Tanz der Zukunft, der vom AΦE-Duo erfunden wurde! Esteban Lecoq und Aoi Nakamura bringen die virtuelle Realität und die künstliche Intelligenz auf die Bühne, und beachten gleichzeitig, dass die technische Performanz nie die Emotion unterdrückt. Hier statten Sie manche Zuschauer mit Sensoren, die mit Ton, Licht, Bildern, Bewegung… interagieren, aus. Die Zuschauer werden somit zu Schauspielern!

Reboot (neu starten auf Englisch) nimmt uns mit auf die imaginäre Reise von Lilith, deren Eltern, die vor dem vorhergesagten Tod ihrer Tochter stehen, sich entscheiden, ihren Körper im Eis aufzubewahren, mit der Hoffnung, dass die Wissenschaft eines Tages einen neuen Start ermöglicht. Im Schlaf durchreist sie, in Begleitung eines wunderschönen Bisons, Traumlandschaften bis zu ihrer Wiedergeburt in ein neues Leben: die Zuschauer werden zu einem sensorischen Erlebnis an der Grenze der Realität und der Fantasie eingeladen.

Reboot@Niels Prayer

Anmeldung und praktische Informationen:

Die 3 Treffen sind miteinander verbunden, die Anmeldung ist für das gesamte Angebot verbindlich.
Die Anmeldung ist bis zum 28. März 2021 um 18 Uhr möglich.
Die Anzahl der Plätze ist begrenzt. NovaTris, das Zentrum für grenzüberschreitende Kompetenzen und die Kulturabteilung SUAC der UHA, behalten sich das Recht vor, eine Auswahl zu treffen, um eine größtmögliche Vielfalt und Parität der TeilnehmerInnen zu gewährleisten.
Alle BewerberInnen werden spätestens am 04. April 2021 eine Bestätigung bzw. eine Absage als Antwort auf ihre Anmeldung erhalten.
Gruppenunterkünfte und Mahlzeiten werden für alle TeilnehmerInnen organisiert und die damit verbundenen Kosten übernommen.
Die Reisekostenerstattung erfolgt über über die dezentralen Koordinatoren und Koordinatorinnen von Eucor – The European Campus jeder Universität (gegen Vorlage von Belegen).
Für die Tickets zu allen drei Veranstaltungen bitten wir um eine Unkostenbeteiligung von 24€. Diese ist bei der ersten Veranstaltung zu begleichen. Die Zahlung kann per Scheck (an: Agent comptable de l’UHA) oder in bar erfolgen.

Aufgrund der aktuellen Pandemie kann das Programm nur dann stattfinden, wenn es die Infektionslage und die damit verbundenen Einschränkungen und Regelungen der jeweiligen Regierungen zum Zeitpunkt der Veranstaltung zulassen.

Bei Fragen können Sie sich gerne per E-Mail (culture@uha.fr) an uns wenden.

ANMELDUNG

Kontakte an den Eucor-Mitgliedsuniversitäten:

©suac